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Lipödem-Glossar · alle Fachbegriffe an einem Ort

Von Adipositas bis WAL: Dieses Glossar erklärt jeden Begriff, der Ihnen bei Diagnose, Kassenantrag und Operation beim Lipödem begegnet, in zwei bis vier Sätzen. Jede Definition ist einzeln verlinkbar und zitierfähig.

Glossar

Fachbegriffe rund um das Lipödem

Jede Definition steht für sich. Synonyme und englische Begriffe stehen in Klammern, damit auch internationale Patientinnen und Suchsysteme den Begriff zuordnen können.

Adipositas (Obesity, Fettleibigkeit)
Adipositas ist eine generalisierte Vermehrung des Körperfetts, die über den Body-Mass-Index definiert wird (ab 30 kg/m²). Anders als das Lipödem betrifft sie den ganzen Körper einschließlich Rumpf, Händen und Füßen, ist nicht druckschmerzhaft und spricht auf Gewichtsreduktion an. Beide Erkrankungen können gleichzeitig bestehen. Mehr dazu →
Areal (Behandlungsareal, Zone)
Ein Areal ist eine anatomisch abgegrenzte Region wie Oberschenkel innen, Oberschenkel außen, Knie, Unterschenkel, Oberarm oder Unterarm. Die Zahl und Größe der Areale bestimmt Aufwand, Sitzungszahl und Kosten einer Lipödem-Behandlung. Mehr dazu →
Armlipödem (Lipödem an den Armen, Typ 4)
Das Armlipödem ist die Ausprägung des Lipödems an Ober- und häufig Unterarmen bei frei bleibenden Händen. Typisch sind ein Kalibersprung oberhalb des Handgelenks und ein negatives Stemmer-Zeichen über dem zweiten Fingergrundglied. Leitliniengemäß sind 1 bis 2 Sitzungen erforderlich; Arme und Beine werden getrennt operiert. Mehr dazu →
Aspirat (Absaugmenge, Lipoaspirat)
Als Aspirat bezeichnet man die abgesaugte Menge aus Fett, Tumeszenzlösung und Blutbeimengung. Aus Sicherheitsgründen wird pro Sitzung eine Grenze von etwa 5 Litern Aspirat nicht überschritten; deshalb werden ausgedehnte Befunde auf mehrere Sitzungen verteilt und Arme und Beine getrennt operiert. Mehr dazu →
Außergewöhnliche Belastung (§ 33 EStG) (Steuerliche Absetzbarkeit)
Medizinisch indizierte Behandlungskosten, die nicht erstattet werden, können unter Umständen als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Voraussetzung ist in der Regel ein Nachweis der medizinischen Notwendigkeit. Ob das im Einzelfall greift, klärt ein Steuerberater. Mehr dazu →
Body Art Surgery Institute (BASI, Praxis Dr. Fetai Düsseldorf)
Das Body Art Surgery Institute ist die Privatpraxis für Ästhetische Chirurgie von Dr. (univ. Te.) Nusret Fetai in der Immermannstraße 10, Etage 2, 40210 Düsseldorf. Dort finden Erstgespräch, ambulante Liposuktion und Nachsorge statt. Mehr dazu →
Body-Mass-Index (BMI) (BMI)
Der Body-Mass-Index setzt das Körpergewicht in Kilogramm ins Verhältnis zur Körpergröße in Metern zum Quadrat. Für die Kassenleistung Liposuktion beim Lipödem gilt nach G-BA eine Obergrenze von 35 kg/m²; bei einem BMI zwischen 32 und 35 muss zusätzlich das Taille-Größe-Verhältnis altersabhängig unter einem Grenzwert liegen. Mehr dazu →
Disproportion (Disproportionale Fettverteilung)
Disproportion bedeutet, dass Ober- und Unterkörper nicht zueinander passen: schlanker Rumpf, Hände und Füße bei deutlich voluminöseren Beinen oder Armen. Sie ist das Leitmerkmal, an dem das Lipödem oft schon auf den ersten Blick erkennbar ist. Mehr dazu →
Druckschmerz (Berührungsschmerz, Spannungsschmerz)
Der Druckschmerz ist ein Kernsymptom des Lipödems: Schon leichter Druck oder Berührung an den betroffenen Stellen ist unangenehm bis schmerzhaft. Eine schmerzfreie Fettvermehrung ist kein Lipödem, sondern eine Lipohypertrophie. Mehr dazu →
EBM-Ziffern 31095 und 31096 (GOP 31095, GOP 31096, Einheitlicher Bewertungsmaßstab)
Seit dem 1. Juli 2026 gibt es im Einheitlichen Bewertungsmaßstab stadienunabhängige Abrechnungsziffern für die Liposuktion beim Lipödem: GOP 31095 mit 605,17 EUR für Unterschenkel, Oberarm, Ellenbogen und Unterarm sowie GOP 31096 mit 769,14 EUR für Oberschenkel und Knie. Sie gelten nur für Vertragsärzte mit Kassenzulassung. Mehr dazu →
Erprobung nach § 137e SGB V (Erprobungsrichtlinie)
Nach § 137e SGB V kann der G-BA eine Behandlungsmethode, deren Nutzen noch nicht ausreichend belegt ist, in einer Studie erproben lassen, bevor er über die Aufnahme in den Leistungskatalog entscheidet. Die LiPLEG-Studie war eine solche Erprobung für die Liposuktion beim Lipödem. Mehr dazu →
Flachgestrickte Kompression (Flachstrick, Kompressionsversorgung)
Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe werden aus einer flachen Bahn genäht und sind formstabiler als rundgestrickte Ware. Beim Lipödem sind sie das Mittel der Wahl, weil sie nicht in Hautfalten einschneiden und den Druck gleichmäßig verteilen. Sie werden nach Maß gefertigt und können ärztlich verordnet werden. Mehr dazu →
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) (G-BA)
Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen. Er entscheidet, welche Leistungen die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt. Mit Beschluss vom 17. Juli 2025 hat er die Liposuktion beim Lipödem in allen Stadien als Kassenleistung anerkannt, in Kraft seit 9. Oktober 2025. Mehr dazu →
Hämatomneigung (Blaue Flecken, Ekchymosen)
Die Hämatomneigung beschreibt das Auftreten blauer Flecken schon bei geringem Druck oder ohne erinnerliche Ursache. Sie gehört zu den Kernsymptomen des Lipödems und beruht auf einer erhöhten Brüchigkeit der kleinsten Gefäße im veränderten Fettgewebe. Mehr dazu →
Heilmittelwerbegesetz (HWG) (HWG)
Das Heilmittelwerbegesetz regelt, wie in Deutschland für medizinische Leistungen geworben werden darf. Es verbietet unter anderem Erfolgs- und Heilungsversprechen, irreführende Angaben und bei operativen Eingriffen Vorher-Nachher-Bilder. Seriöse Informationsseiten zum Lipödem halten sich daran und nennen keine Garantien. Mehr dazu →
Kalibersprung (Kragenbildung, Cuff sign)
Als Kalibersprung bezeichnet man den abrupten Umfangswechsel am Knöchel oder Handgelenk, an dem das lipödembedingt vermehrte Fettgewebe endet und der schlanke Fuß oder die schlanke Hand beginnt. Er ist ein zentrales klinisches Zeichen für das Lipödem und grenzt es vom Lymphödem ab, bei dem Fuß und Hand mitschwellen. Mehr dazu →
Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) (KPE, Entstauungstherapie)
Die komplexe physikalische Entstauungstherapie kombiniert manuelle Lymphdrainage, Kompression, Bewegung und Hautpflege. Beim Lipödem lindert sie Schwellung und Schmerzen, entfernt aber kein Fettgewebe. Sie ist Kernbestandteil der konservativen Therapie und Voraussetzung für die Kassenleistung Liposuktion. Mehr dazu →
Kompressionsklassen (KKL 1 bis 4)
Kompressionsstrümpfe werden nach dem Druck am Fesselbereich in Klassen eingeteilt, von Klasse 1 (leicht) bis Klasse 4 (sehr kräftig). Beim Lipödem wird häufig Klasse 2 verordnet. Nach der Liposuktion wird für etwa 4 bis 6 Wochen eine Kompression getragen. Mehr dazu →
Konservative Therapie (Nichtoperative Therapie)
Als konservative Therapie fasst man alle nichtoperativen Maßnahmen zusammen: Kompression, manuelle Lymphdrainage, Bewegung, Gewichtsmanagement und Selbstmanagement. Sie lindert Beschwerden, verändert das Fettgewebe aber nicht. Für die Kassenleistung Liposuktion sind mindestens sechs Monate dokumentierte konservative Therapie Voraussetzung. Mehr dazu →
LiPLEG-Studie (LIPLEG, Erprobungsstudie Liposuktion Lipödem)
Die LiPLEG-Studie ist eine Erprobungsstudie nach § 137e SGB V mit 410 Teilnehmerinnen, die die Liposuktion mit der konservativen Therapie beim Lipödem verglich. Zwölf Monate nach dem Eingriff zeigten 68,3 % der operierten Teilnehmerinnen eine relevante Schmerzreduktion gegenüber 7,6 % im konservativen Arm. Die wissenschaftliche Leitung lag beim ZKS der Universität zu Köln mit dem Klinikum Darmstadt; Dr. Fetai war Operateur an einem Prüfzentrum. Mehr dazu →
Lipo-Lymphödem (Lipolymphödem, Stadium IV)
Von einem Lipo-Lymphödem spricht man, wenn sich auf ein lange bestehendes Lipödem zusätzlich ein Lymphödem aufsetzt, weil das Lymphsystem durch die Gewebeveränderungen überlastet ist. In der Praxis wird dieser Zustand manchmal als Stadium IV bezeichnet; die S2k-Leitlinie führt kein eigenes viertes Stadium. Mehr dazu →
Lipödem (Lipedema, Lipoedema, Lipalgie)
Das Lipödem ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des Unterhautfettgewebes, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Typisch sind eine symmetrische, disproportionale Fettvermehrung an Beinen und häufig Armen, Druckschmerz und eine Neigung zu blauen Flecken, während Hände und Füße frei bleiben. Die Diagnose wird klinisch gestellt, einen beweisenden Labor- oder Bildgebungstest gibt es nicht. Mehr dazu →
Lipödem-Selbsttest (Screening-Fragebogen)
Der Lipödem-Selbsttest auf dieser Website ist ein Screening mit zwölf Fragen entlang der Diagnosekriterien der S2k-Leitlinie. Er wird ausschließlich im Browser ausgewertet und ersetzt keine Diagnose; einen validierten Selbsttest für das Lipödem gibt es nicht. Mehr dazu →
Lipohypertrophie (Lipohypertrophy)
Die Lipohypertrophie ist eine symmetrische, disproportionale Fettvermehrung ohne Schmerzen und ohne Hämatomneigung. Sie sieht dem Lipödem äußerlich ähnlich, ist aber keine Erkrankung im engeren Sinne. Viele verbreitete Prävalenzangaben zum Lipödem vermischen beide Bilder. Mehr dazu →
Liposuktion (Fettabsaugung, Lipoaspiration)
Die Liposuktion ist ein operatives Verfahren, bei dem Fettgewebe über feine Kanülen abgesaugt wird. Beim Lipödem ist sie laut S2k-Leitlinie derzeit die einzige Behandlung, die am krankhaft veränderten Fettgewebe selbst ansetzt. Sie lindert Beschwerden, heilt das Lipödem aber nicht. Mehr dazu →
LYMPHA-FI Protokoll (LYMPHA-FI™)
LYMPHA-FI™ ist der Name des standardisierten Behandlungs- und Nachsorgeprotokolls von Dr. Fetai, keine neue Operationstechnik. Es umfasst sechs Bestandteile: Indikationsprüfung vor Terminvergabe, festgelegte Areal-Sequenzierung, Tumeszenz-Einwirkzeit von 60 bis 120 Minuten, wasserstrahl-assistierte Absaugung, feste Nachsorgepunkte und die durchgehende Behandlung durch denselben Arzt. Mehr dazu →
Lymphödem (Lymphedema)
Das Lymphödem ist eine eiweißreiche Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, die durch eine gestörte Lymphdrainage entsteht. Es ist häufig einseitig, betrifft auch Hand oder Fuß, zeigt ein positives Stemmer-Zeichen und ist anfangs eindrückbar. Es ist eine eigene Erkrankung und kein Lipödem, kann aber als Lipo-Lymphödem hinzukommen. Mehr dazu →
Manuelle Lymphdrainage (MLD) (Lymphdrainage)
Die manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte, rhythmische Grifftechnik, die den Abfluss der Lymphflüssigkeit fördert. Beim Lipödem wird sie zur Linderung von Schwellung und Spannungsgefühl eingesetzt und kann ärztlich verordnet werden. Nach einer Liposuktion unterstützt sie den Abbau der Schwellung. Mehr dazu →
Nachsorge (Aftercare, Follow-up)
Die Nachsorge umfasst die Kontrolltermine nach einer Liposuktion, das Tragen der Kompression und die stufenweise Rückkehr in den Alltag. Beim LYMPHA-FI Protokoll liegen die festen Nachsorgepunkte am Folgetag, nach einer Woche, nach 4 bis 6 Wochen und nach 3 Monaten. Das Endergebnis ist realistisch nach 3 bis 6 Monaten zu beurteilen. Mehr dazu →
Privatpraxis (Selbstzahlerpraxis, Praxis ohne Kassenzulassung)
Eine Privatpraxis hat keine Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung und rechnet nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen ab. Die Behandlung erfolgt dort als Selbstzahlerleistung, auch wenn die G-BA-Kriterien erfüllt sind. Die Praxis von Dr. Fetai in Düsseldorf ist eine Privatpraxis für Ästhetische Chirurgie. Mehr dazu →
Qualitätssicherungs-Richtlinie Liposuktion (QS-RL) (G-BA-QS-RL)
Die Qualitätssicherungs-Richtlinie des G-BA legt fest, unter welchen Bedingungen die Liposuktion beim Lipödem als Kassenleistung erbracht werden darf: gesicherte Diagnose, mindestens sechs Monate konservative Therapie ohne hinreichende Linderung, kein Gewichtsanstieg, BMI höchstens 35, Vier-Augen-Prinzip und qualifizierter Operateur. § 3 nennt die wasserstrahl-assistierte Technik als zulässiges Verfahren und schließt trockene Verfahren aus. Mehr dazu →
Rezidiv (Wiederauftreten, Nachwachsen)
Von einem Rezidiv spricht man, wenn nach einer Behandlung erneut Beschwerden oder Gewebevermehrung auftreten. Abgesaugte Fettzellen wachsen nicht nach, verbliebene Zellen können sich bei Gewichtszunahme oder hormonellen Veränderungen aber vergrößern. Langzeitdaten aus der LiPLEG-Studie werden mit dem Abschlussbericht Anfang 2027 erwartet. Mehr dazu →
S2k-Leitlinie Lipödem (AWMF 037-012, Leitlinie 2024)
Die S2k-Leitlinie Lipödem der AWMF (Registernummer 037-012, Version 5.0, 2024) ist der fachliche Konsens der beteiligten Fachgesellschaften zu Diagnose und Therapie. Sie hält fest, dass es keine belastbaren Prävalenzdaten gibt, fordert ein gewebe- und lymphgefäßschonendes Absaugverfahren und stellt klar, dass eine Liposuktion das Lipödem nicht heilt. Mehr dazu →
Sitzung (Behandlungssitzung, OP-Sitzung)
Eine Sitzung ist ein einzelner operativer Termin, in dem ein oder mehrere Areale abgesaugt werden. Leitliniengemäß braucht das Lipödem an den Beinen 1 bis 4 Sitzungen und an den Armen 1 bis 2 Sitzungen. Der Preis pro Sitzung ist deshalb nicht der Gesamtpreis der Behandlung. Mehr dazu →
Stadien I bis III (Lipödem-Stadien, Stadieneinteilung)
Die Stadieneinteilung des Lipödems beschreibt das Hautbild: Stadium I mit glatter Haut und feinknotigem Unterhautgewebe, Stadium II mit unebener Hautoberfläche und größeren Knoten, Stadium III mit derben, überhängenden Gewebewülsten. Die Stadien sagen nichts über die Schmerzstärke aus. Seit Oktober 2025 ist die Liposuktion in allen Stadien Kassenleistung. Mehr dazu →
Stemmer-Zeichen (Stemmer sign, Kaposi-Stemmer-Zeichen)
Beim Stemmer-Zeichen versucht die Ärztin oder der Arzt, eine Hautfalte über dem zweiten Zehen- oder Fingergrundglied abzuheben. Gelingt das nicht, ist das Zeichen positiv und spricht für ein Lymphödem. Beim reinen Lipödem ist das Stemmer-Zeichen typischerweise negativ, weil Hände und Füße nicht betroffen sind. Mehr dazu →
Taille-Größe-Verhältnis (WHtR) (Waist-to-height ratio)
Das Taille-Größe-Verhältnis teilt den Taillenumfang durch die Körpergröße, beide in Zentimetern. Der G-BA nutzt es als Zusatzkriterium bei einem BMI zwischen 32 und 35, um ein Lipödem mit Begleitadipositas von einer reinen Adipositas zu unterscheiden. Die Grenzwerte sind altersabhängig gestaffelt. Mehr dazu →
Trockene Liposuktion (Dry technique)
Als trockene Liposuktion bezeichnet man die Absaugung ohne vorherige Infiltration einer Tumeszenzlösung. Sie ist mit höheren Blutverlusten verbunden und nach der G-BA-Qualitätssicherungs-Richtlinie beim Lipödem unzulässig. Mehr dazu →
Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) (Tumeszenztechnik, Tumeszenzlösung)
Bei der Tumeszenz-Lokalanästhesie wird eine stark verdünnte Lösung aus Lokalanästhetikum, Adrenalin und Kochsalz in das Unterhautfettgewebe eingebracht. Sie betäubt das Areal, verengt die Gefäße und lockert das Gewebe, sodass die Absaugung schonender wird. Die Einwirkzeit vor der Absaugung beträgt beim LYMPHA-FI Protokoll von Dr. Fetai 60 bis 120 Minuten. Mehr dazu →
Typen 1 bis 5 (Verteilungstypen, Lokalisationstypen)
Die Typeneinteilung beschreibt, wo das Lipödem sitzt: Typ 1 Gesäß und Hüften, Typ 2 bis zu den Knien, Typ 3 bis zu den Knöcheln, Typ 4 Arme, Typ 5 nur Unterschenkel. Mischformen sind häufig, insbesondere die Kombination von Beinen und Armen. Mehr dazu →
VASER (Ultraschallassistierte Liposuktion, UAL)
VASER ist ein Markenname für die ultraschallassistierte Liposuktion, bei der Ultraschallenergie die Fettzellen vor der Absaugung löst. Das Verfahren stammt aus der ästhetischen Körperformung; für das Lipödem gibt es keine randomisierte Vergleichsstudie gegenüber WAL oder PAL. Mehr dazu →
Vibrationsassistierte Liposuktion (PAL) (Power-assisted liposuction, Vibrationsliposuktion)
Bei der vibrationsassistierten Liposuktion schwingt die Kanüle motorgetrieben mit kleiner Amplitude und erleichtert so das Lösen des Fettgewebes. Die Leitlinie nennt sie neben der wasserstrahl-assistierten Technik als gewebeschonendes Verfahren. Ein belegter Vorteil einer der beiden Techniken gegenüber der anderen existiert beim Lipödem nicht. Mehr dazu →
Vier-Augen-Prinzip (Trennung von Diagnose und Operation)
Das Vier-Augen-Prinzip der G-BA-Richtlinie verlangt, dass die Diagnose Lipödem und die Indikation zur Kassenoperation nicht von derselben Person gestellt werden, die operiert. Die Diagnose muss von einem Facharzt für Innere Medizin und Angiologie, für Physikalische und Rehabilitative Medizin oder für Haut- und Geschlechtskrankheiten stammen. Mehr dazu →
Vollnarkose (Allgemeinanästhesie)
Bei der Vollnarkose wird die Patientin in einen kontrollierten Schlaf versetzt und durch einen Anästhesisten überwacht. Die Liposuktion beim Lipödem ist in Tumeszenz-Lokalanästhesie oder in Vollnarkose möglich; die Vollnarkose wird gesondert berechnet, marktüblich mit 500 bis 1.100 EUR je Sitzung. Mehr dazu →
Wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL) (Water-jet assisted liposuction, Body-Jet, WAL-Methode)
Bei der wasserstrahl-assistierten Liposuktion löst ein fächerförmiger, gepulster Wasserstrahl die Fettzellen aus dem Gewebeverband, während sie gleichzeitig abgesaugt werden. Die G-BA-Qualitätssicherungs-Richtlinie nennt das Verfahren ausdrücklich als zulässig; die Leitlinie fordert ein gewebe- und lymphgefäßschonendes Vorgehen und nennt dafür die wasserstrahl-assistierte und die vibrationsassistierte Technik. Eine randomisierte Vergleichsstudie zwischen den Verfahren beim Lipödem existiert nicht. Mehr dazu →

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Was bedeutet Lipödem?

Das Lipödem ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des Unterhautfettgewebes, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Typisch sind eine symmetrische, disproportionale Fettvermehrung an Beinen und häufig Armen, Druckschmerz und eine Neigung zu blauen Flecken, während Hände und Füße frei bleiben. Die Diagnose wird klinisch gestellt, einen beweisenden Labor- oder Bildgebungstest gibt es nicht.

Was bedeutet Liposuktion?

Die Liposuktion ist ein operatives Verfahren, bei dem Fettgewebe über feine Kanülen abgesaugt wird. Beim Lipödem ist sie laut S2k-Leitlinie derzeit die einzige Behandlung, die am krankhaft veränderten Fettgewebe selbst ansetzt. Sie lindert Beschwerden, heilt das Lipödem aber nicht.

Was bedeutet Wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL)?

Bei der wasserstrahl-assistierten Liposuktion löst ein fächerförmiger, gepulster Wasserstrahl die Fettzellen aus dem Gewebeverband, während sie gleichzeitig abgesaugt werden. Die G-BA-Qualitätssicherungs-Richtlinie nennt das Verfahren ausdrücklich als zulässig; die Leitlinie fordert ein gewebe- und lymphgefäßschonendes Vorgehen und nennt dafür die wasserstrahl-assistierte und die vibrationsassistierte Technik. Eine randomisierte Vergleichsstudie zwischen den Verfahren beim Lipödem existiert nicht.

Was bedeutet Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA)?

Bei der Tumeszenz-Lokalanästhesie wird eine stark verdünnte Lösung aus Lokalanästhetikum, Adrenalin und Kochsalz in das Unterhautfettgewebe eingebracht. Sie betäubt das Areal, verengt die Gefäße und lockert das Gewebe, sodass die Absaugung schonender wird. Die Einwirkzeit vor der Absaugung beträgt beim LYMPHA-FI Protokoll von Dr. Fetai 60 bis 120 Minuten.

Was bedeutet Kalibersprung?

Als Kalibersprung bezeichnet man den abrupten Umfangswechsel am Knöchel oder Handgelenk, an dem das lipödembedingt vermehrte Fettgewebe endet und der schlanke Fuß oder die schlanke Hand beginnt. Er ist ein zentrales klinisches Zeichen für das Lipödem und grenzt es vom Lymphödem ab, bei dem Fuß und Hand mitschwellen.

Was bedeutet Stemmer-Zeichen?

Beim Stemmer-Zeichen versucht die Ärztin oder der Arzt, eine Hautfalte über dem zweiten Zehen- oder Fingergrundglied abzuheben. Gelingt das nicht, ist das Zeichen positiv und spricht für ein Lymphödem. Beim reinen Lipödem ist das Stemmer-Zeichen typischerweise negativ, weil Hände und Füße nicht betroffen sind.

Was bedeutet Lymphödem?

Das Lymphödem ist eine eiweißreiche Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, die durch eine gestörte Lymphdrainage entsteht. Es ist häufig einseitig, betrifft auch Hand oder Fuß, zeigt ein positives Stemmer-Zeichen und ist anfangs eindrückbar. Es ist eine eigene Erkrankung und kein Lipödem, kann aber als Lipo-Lymphödem hinzukommen.

Was bedeutet Lipo-Lymphödem?

Von einem Lipo-Lymphödem spricht man, wenn sich auf ein lange bestehendes Lipödem zusätzlich ein Lymphödem aufsetzt, weil das Lymphsystem durch die Gewebeveränderungen überlastet ist. In der Praxis wird dieser Zustand manchmal als Stadium IV bezeichnet; die S2k-Leitlinie führt kein eigenes viertes Stadium.

Was bedeutet Lipohypertrophie?

Die Lipohypertrophie ist eine symmetrische, disproportionale Fettvermehrung ohne Schmerzen und ohne Hämatomneigung. Sie sieht dem Lipödem äußerlich ähnlich, ist aber keine Erkrankung im engeren Sinne. Viele verbreitete Prävalenzangaben zum Lipödem vermischen beide Bilder.

Was bedeutet Adipositas?

Adipositas ist eine generalisierte Vermehrung des Körperfetts, die über den Body-Mass-Index definiert wird (ab 30 kg/m²). Anders als das Lipödem betrifft sie den ganzen Körper einschließlich Rumpf, Händen und Füßen, ist nicht druckschmerzhaft und spricht auf Gewichtsreduktion an. Beide Erkrankungen können gleichzeitig bestehen.

Was bedeutet Body-Mass-Index (BMI)?

Der Body-Mass-Index setzt das Körpergewicht in Kilogramm ins Verhältnis zur Körpergröße in Metern zum Quadrat. Für die Kassenleistung Liposuktion beim Lipödem gilt nach G-BA eine Obergrenze von 35 kg/m²; bei einem BMI zwischen 32 und 35 muss zusätzlich das Taille-Größe-Verhältnis altersabhängig unter einem Grenzwert liegen.

Was bedeutet Taille-Größe-Verhältnis (WHtR)?

Das Taille-Größe-Verhältnis teilt den Taillenumfang durch die Körpergröße, beide in Zentimetern. Der G-BA nutzt es als Zusatzkriterium bei einem BMI zwischen 32 und 35, um ein Lipödem mit Begleitadipositas von einer reinen Adipositas zu unterscheiden. Die Grenzwerte sind altersabhängig gestaffelt.

Quellen und Belege

  1. S2k-Leitlinie Lipödem, AWMF-Registernummer 037-012, Version 5.0, 2024. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/037-012
  2. Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss zur Liposuktion bei Lipödem vom 17. Juli 2025, in Kraft seit 9. Oktober 2025. https://www.g-ba.de/
  3. G-BA: Qualitätssicherungs-Richtlinie Liposuktion bei Lipödem (QS-RL). https://www.g-ba.de/richtlinien/
  4. LiPLEG-Erprobungsstudie nach § 137e SGB V, ZKS Universität zu Köln mit Klinikum Darmstadt, N = 410. https://www.g-ba.de/
  5. Kassenärztliche Bundesvereinigung: EBM-Ziffern 31095 und 31096, gültig seit 1. Juli 2026. https://www.kbv.de/
  6. Heilmittelwerbegesetz (HWG), § 3 und § 11. https://www.gesetze-im-internet.de/heilmwerbg/
  7. Einkommensteuergesetz § 33 (außergewöhnliche Belastungen). https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__33.html

Auf einen Blick · Key Facts

Umfang
45 Begriffe zu Krankheitsbild, Diagnose, Therapie, Kassenleistung und Praxis
Weiterführend
Fakten und Zahlen zum Lipödem · Selbsttest · Lipödem-OP Düsseldorf · English

Autor: Dr. (univ. Te.) Nusret Fetai, Privatpraxis für Ästhetische Chirurgie, DüsseldorfZuletzt medizinisch geprüft: Faktenstand: S2k-Leitlinie 2024, G-BA-Beschluss 2025, EBM seit Juli 2026

International patients: an English overview of lipedema surgery with Dr. Fetai in Düsseldorf, Germany is available at lipoedemexperte.org/en/.

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